Chronik & Geschichte von Buoch – Zeitleiste

🏰 1270 – Erste urkundliche Erwähnung
Buoch wird erstmals in einer lateinischen Urkunde erwähnt, die in Konstanz ausgestellt wurde. Darin wird die Kirche des Ortes genannt und das Patronatsrecht dauerhaft an das Bistum Konstanz übertragen.
Diese Urkunde stellt zugleich den ältesten bekannten schriftlichen Nachweis Buochs dar.

⛪ 13.–15. Jahrhundert – Kirchlich geprägter Ort
Buoch ist eng in die kirchlichen Strukturen der Region eingebunden. Die Kirche bildet den religiösen und sozialen Mittelpunkt des Dorfes. Landwirtschaft und kirchliche Abgaben bestimmen den Alltag der Bevölkerung.

Die dem heiligen Sebastian geweihte Kirche prägt bis heute das Ortsbild. Mehrere ihrer Fenster wurden vom renommierten Glaskünstler Hans Gottfried von Stockhausen gestaltet.

🏺 Mittelalter – Handwerk und Keramikproduktion
Im Mittelalter entwickelt sich Buoch zu einem bedeutenden Produktionsort für Keramik. Hier entsteht die sogenannte „rotbemalte schwäbische Feinware“, die vor allem für die wohlhabende Oberschicht gefertigt wird.
Zahlreiche Funde von Fehlbränden belegen diese frühe gewerbliche Tätigkeit eindrucksvoll.

⚔️ 1500–1550 – Umbruch durch Reformation und Bauernkrieg
Die Zeit der Reformation bringt tiefgreifende Veränderungen mit sich. Auch im Remstal führen religiöse und soziale Spannungen zu Unruhen. Kirchliche Besitzverhältnisse und Zuständigkeiten werden neu geordnet.

🌾 17.–18. Jahrhundert – Landwirtschaft und Wiederaufbau
Nach den Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges erholt sich Buoch nur langsam. Der Ort bleibt überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Fachwerkhäuser, Höfe und die Kirche bestimmen das Erscheinungsbild.

🌿 19. Jahrhundert – Buoch als Luftkurort
Im 19. Jahrhundert wird die Buocher Höhe als Ort der Erholung entdeckt. Ein Stuttgarter Arzt empfiehlt die Höhenlage als gesundheitsfördernd. Künstler, Literaten und Erholungssuchende fühlen sich von der ruhigen Lage und der weiten Landschaft angezogen.

Bis heute erinnert das Museum im Hirsch, untergebracht im ehemaligen Gasthof Hirsch, an diese Zeit. Neben zahlreichen Keramikfunden aus der Buocher Produktion widmet sich eine Dauerausstellung den Künstlern und Literaten, die mit dem Ort verbunden waren.

🚂 Ende 19. / Anfang 20. Jahrhundert – Moderne Einflüsse
Mit dem Ausbau der Verkehrswege verbessert sich die Anbindung an die Region Stuttgart. Buoch bleibt zwar ländlich geprägt, öffnet sich jedoch zunehmend modernen Lebens- und Arbeitsformen.

🕊️ 20. Jahrhundert – Wandel und Beständigkeit
Die beiden Weltkriege hinterlassen auch in Buoch ihre Spuren. Nach 1945 entwickelt sich der Ort behutsam weiter, bewahrt jedoch seinen dörflichen Charakter und seine enge Gemeinschaft.

🏡 Gegenwart – Teil von Remshalden
Heute ist Buoch ein Ortsteil von Remshalden und liegt auf etwa 519 Metern Höhe – als höchstgelegener Ort über dem Remstal. Die Hochfläche lädt zum Wandern und Radfahren ein.

Bei klarer Sicht eröffnet sich eine beeindruckende Fernsicht: von den Schwäbischen Kaiserbergen im Südosten über den Schönbühl bis hin zur Schwäbischen Alb sowie zum Stuttgarter Fernsehturm im Südwesten.

Ein besonderes Erlebnis bietet der Wasserturm, dessen Schlüssel während der Öffnungszeiten des Museums ausgeliehen werden kann. Von dort aus werden Besucher mit einer weiten Aussicht belohnt.

Auch die Anreise ist komfortabel: Von Winnenden aus kann das Fahrrad kostenlos im Bus mitgenommen werden. Aktuelle Verbindungen lassen sich bequem über die VVS-Website oder die VVS-App abrufen.


🏡 Gegenwart – Teil von Remshalden

Heute ist Buoch ein Ortsteil von Remshalden und verbindet historische Bausubstanz, landschaftliche Lage und modernes Wohnen. Traditionen, Vereine und wiederkehrende Veranstaltungen prägen weiterhin das Ortsleben.